INTERNATIONALE GESELLSCHAFT der MAYR-ÄRZTE     LANS / TIROL    
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Ausbildungsrichtlinien

1. Zieldefinition der Ausbildung
 
 
Die Ausbildung konzentriert sich auf Prophylaxe und Therapie ernährungsbedingter Verdauungs- und Stoffwechselleiden, sowie aller anderen ernährungsabhängigen Gesundheitsstörungen und krankheitsbedingten Ernährungsschäden. Da diese Schäden erheblich zur Gesamt-Morbidität und Mortalität der Bevölkerung beitragen, kommt einer modernen Ernährungsmedizin mit dem Ziel einer gesundheitsbewussten Neuorientierung der gesamten Ernährungsweise grundlegende Bedeutung zu.

Zur Verwirklichung dieses für einen erheblichen Teil der Bevölkerung in den Wohlstandsländern wichtigen Zieles eignet sich als erster Schritt eine mehrwöchige intensivdiätetische Behandlung. Dazu ist die vom österreichischen Arzt und Forscher Dr. F.X.MAYR (1875-1965) inaugurierte 5-Sinne-Diagnostik und die von ihm entwickelte physikalisch-intensiv-diätetische Behandlungsmethode zu erlernen. Bei dieser sind die therapeutischen Wirkprinzipien "Schonung - Säuberung - Schulung" (siehe Punkt 3.1.2.) gleichzeitig, individuell richtig und lange genug einzusetzen. Die dafür jeweils zu verordnenden Diätformen reichen vom Teefasten über die Milch-Diät bis zu verschiedenen milden Schonkoststufen (Milde Ableitungsdiät). Während dieser Kurbehandlung erhält der Patient unter ärztlicher Anleitung alle Voraussetzungen, um nach Behandlungsende seine Ernährungs- und Lebensweise neu zu orientieren und gesundheitsbewusster zu gestalten.


Als Zielgruppe sind vor allem praktische Ärzte und Internisten gedacht, aber auch andere Fachärzte, die diätetisch interessiert und gewillt sind, im Sinne einer tief eingreifenden Ernährungsmedizin und Lebensstilmedizin auf ihre Patienten einzuwirken. Dabei ist sowohl eine therapeutische wie auch eine prophylaktische und regenerative Wirkung zu erzielen und auf die Patienten ein grundlegender gesundheitserzieherischer Einfluss zu nehmen.


 
 
 
2. Zeitliche Gliederung der Ausbildung
 
 
Das Ausbildungsprogramm besteht aus vier Teilen:


1. Theorie
2. Praxis, Erlernen der Diagnostik und Therapie nach F.X.MAYR und der Zubereitungsarten milder Schonkostformen
3. Selbsterfahrung durch mindest zwei je zweiwöchige Selbsterlebnisse der Therapie
4. Abschlußkolloquium in Theorie und Praxis

2.1. Theorie
Die theoretische Ausbildung findet in Form von drei je zweiwöchigen Lehrgängen statt, sowie einem Wochenend-Abschlußkurs mit Abschlußkolloquium. Nach jedem Kurs ist ein schriftlicher Erfahrungsbericht über das Selbsterlebnis der Therapie und ihrer Auswirkungen zu erstellen. Die drei Lehrgänge beinhalten je 40 Stunden Theorie, sodaß mit dem Abschlußkurs die theoretische Ausbildung 130 Stunden beinhaltet.

2.2. Praxis

2.2.1 Diagnostik nach F.X. Mayr
Das Erkennen der humoraldiagnostischen Kriterien aus dem Gewebezustand, der Abdominaldiagnostik, Haltungsdiagnostik und weiterer meßbarer Kennzeichen nach MAYR wird von den Teilnehmern in Kleingruppen geübt, wobei die Teilnehmer in ständig wechselnden Gruppen an sich selbst gegenseitig die Diagnostik erlernen.

2.2.2. Manuelle Abdominalbehandlung
Dieses kombinierte diagnostisch-therapeutische Verfahren, das der Aktivierung der Funktionen der Verdauungsorgane dient und gleichzeitig asl eine Art Atemtherapie und Lymphdrainage des Bauchraumes wirkt, wird täglich geübt.

2.2.3. Praxis in der Zubereitung milder Schonkostformen
(Milde Ableitungsdiät) und einer leicht bekömmlichen biologischen Küche.

2.2.4. Selbsterfahrung der Therapiewirkung
Bei mindestens zwei Lehrgängen, meist bei allen drei, führen die Kursteilnehmer selbst eine der Formen einer intensivdiätetischen Behandlung nach MAYR durch.
Dies ist eine conditio sine qua non, da nur das Selbsterlebnis das volle Verständnis für die tief eingreifende Umstimmungs- und Regenerationswirkung hervorruft und da Erfahrungswerte für Behandlungsreaktionen, für Bedeutung der Selbstdisziplinierung und für den Wert der Neuorientierung der Ernährungs- und Lebensweise vermittelt. Außerdem erwartet der Patient vom intensivdiätetisch wirkenden Arzt Beispielgebung und Leitbildfunktion.

 
 
 
3. Lehrinhalt 

3.1. Kurs 1


3.1.1. Praktische Anweisungen für die Selbsterfahrungsgruppe
Bestimmung der individuell günstigsten Diätvariante.
Auswahlkriterien:
Trinkkur, Art der Flüssigkeitszufuhr, Phytotherapeutika, Mögliche Unterstützungsmaßnahmen:
Kombination mit anderen natürlichen Heilmaßnahmen, physikalische Anwendungen wie besonders Massagen, Hydrotherapie, Irrigation usw. individuelle Therapiebesprechung anhand der Teilnehmerreaktionen. Richtlinien für Diätausleitung und Dauerkost.

3.1.2. Theoretische Grundlagen
Was ist Ernährungsmedizin?
Schwerpunkte:
a) Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krankheit
b) Prophylaxe und Therapie ernährungsbedingter Gesundheitsstörungen und ernährungsabhängiger Verdauungsfunktionen.
c) Schlüsselstellung der Verdauungsfunktionen.


Physilogie und Pathophysiologie der Verdauungs- und Stoffwechselprozesse. Moderne Grundlagen der Diätetik. Was sind Stoffwechselschlacken? Medizinhistorischer Hintergrund der Intensivdiätetik. F.X.MAYR - Leben und Werk. Die Schonung-, Säuberung- und Schulungstherapie nach F.X.MAYR.Richtlinien für gesundheitsförderliche Ernährungsweise.


3.1.3. Allgemein praktische Richtlinien
Die ambulante Vorkur.
Die ambulante Behandlung.
Indikationen und Kontraindikationen für Intensivdiätetik.
Psychologische Patientenführung. Psychologie der Verdauungskranken.
Maßnahmen zur Informations- und Motivationsverbesserung.

3.1.4. Diagnostische Grundlagen
MAYR-Maße im Stehen, im Liegen, humoraldiagnostiksche Kriterien, Inspektion, Percussion, Palpation nach MAYR.
Beurteilung von Magen, Duodenum, Jejunum, Ileum, Colon usw.
Gezielte Anamnese.
Diagnostische Übungen anhand von Dias.

3.1.5. Praktikum der manuellen Bauchbehandlung
als zentrale ärztliche Therapiemaßnahme.

3.2. Kurs 2

3.2.1. Praktische Richtlinien für die Selbsterfahrungsgruppen
Individuelle Diätbestimmung.
Auswertung der schriftlichen Selbsterfahrungsberichte von Kurs 1.
Fehlerkorrekturen.
Besprechung der Behandlungsreaktion.
Erfahrungs mit der Kurausleitung und Dauerkost.

3.2.2. Theroretische Grundlagen
Das diagnostisch-therapeutische Konzept F.X.MAYR’s und dessen Konsequenzen.
Besondere Indikationen für Teefasten, für Milch-Diät, für Milde Ableitungsdiät.

3.2.3. Allgemeinpraktische Richtlinien
Casuistik.
Patientendemonstration.

3.2.4. Diagnostische Grundlagen
Ergänzung der MAYR-Maße.
Schriftliche Status-Aufnahme durch die Teilnehmer.
Fehlkorrektur.
Diagnostische Diaprojektion.

3.2.5. Praktikum der manuellen Bauchbehandlung

3.3. Kurs 3

3.3.1. Praktische Richtlinien für die Selbsterfahrungsgruppen
Jeder Teilnehmer erhält einen anderen Teilnehmer zur Erstellung eines Status, zur individuellen Behandlungsbetreuung und fortlaufender diagnostischer Kontrolle. Auswertung der schriftlichen Selbsterfahrungsberichte aller Teilnehmer und der schriftlichen Casuistikberichte über behandelte Patienten.

3.3.2. Theroretische Grundlagen
Therorie der manuellen Bauchbehandlung.
Salinische Berieselung.
Die stationäre Therapie.
Eiweißspeicher-Krankheiten nach Wendt.
Intensivdiätetische Erfahrungen bei Tierversuchen.
Der Atrophiker und andere Problempatienten.
Der Säure-Basen-Haushalt.
Die lokale und latente Acidose nach Sander.
Abgrenzung gegen ausschließlich nahrungsmittelorientierte Therapieformen.

3.3.3. Allgemeinpraktische Richtlinien
Erfahrungen mit ambulanten und stationären Behandlungen.
Die psychologische Patientenbetreuung.
Die Basentherapie.
Mineralstoffsubstitution.
Infusions-Therapie.
Intensivdiätetische Behandlung spezieller Erkrankungen.
Richtlinien für Dauerkost.
Bedeutung der küchentechnischen Kostzubereitung.

3.3.4. Diagnostische Grundlagen
Ergänzung und Übung der MAYR-Diagnostik.
Feststellung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten bzw. Allegien.
Diagnostische Übungen anhand von Diaprojektionen.

3.3.5. Praktikum der manuellen Bauchbehandlung


 
4. Abschlußkurs mit Colloquium in Theorie und Praxis
 
 
5. Lehrinstitution
 
 
Als Lehrinstitution gilt die Gesellschaft der MAYR-Ärzte e. V.
Erster Vorsitzender Dr. Monika von Hahn,
Kochholzweg 153
A 6072 Lans
office@fxmayr.com
 
 
 
6. Evaluation 
 
Am Ende des Curriculum erfolgt eine Prüfung, welche einen theoretischen und praktischen Teil umfasst. Darüber hinaus hat jeder Absolvent nach erfolgreichem Abschluss des Kolloquiums innerhalb von 2 Jahren den Besuch von Fortbildungsveranstaltungen im Ausmaß von mindestens 20 Stunden nachzuweisen. Anrechenbare Seminare sind den entsprechenden Gesellschaftsinformationen (z.B. Mayr-Aktuell bzw. im Internet unter "Ausbildungsrichtlinien") zu entnehmen.
Beides (Kolloquium und laufende Fortbildung) ist notwendig, um bei Anfragen von Patienten von der Internationalen Gesellschaft der MAYR-Ärzte empfohlen zu werden und das Qualitätssiegel der Gesellschaft zu erhalten.

 
  
7. Weiterbildung  
 
Innerhalb von zwei Jahren soll zumindest ein Fortbildungskurs (D-Kurs, interne Tagung usw.) besucht werden, widrigenfalls wird das Qualitätssiegel entzogen.

 
 
8. Organisation 
 
Das Ausbildungsprogramm der Gesellschaft der MAYR-Ärzte e.V. wird organisiert über das Sekretariat der "Gesellschaft der MAYR-Ärzte e.V.", Kochholzweg 153, A 6072 Lans.
Die Kosten der Ausbildung werden durch Kurshonorare finanziert.

 
 
9. Ausbildungsorte 
 
Siehe Kurskalender  


 
10. Mindestausbildungszeit
  
 
Beträgt zwei Jahre. Nach dem zweiten Kurs darf der Kursteilnehmer beginnen, an den nach den gelernten Kriterien leicht zu therapierenden Patienten (keine Problemfälle) Eigenerfahrungen zu sammeln und die dokumentierten Fälle im dritten Kurs zur Diskussion zu bringen.

 
 
11. Reihenfolge der Kurse
  
 
Es muss unbedingt die Reihenfolge: A-, B- und C-Kurs eingehalten werden.

 

 
12. Zeitlicher Kursablauf  


Kursbeginn: Sonntag 17:00
Mo-Fr: 9:00 - 12:30 und 14:00 - 16:00
Samstag: 9:00 - 12:30
Sonntag: frei
Kursende: Freitag 12:00
Pro Woche ist an einem Wochentag ein Nachmittag frei.

 

13. Kurskosten:

Die Kurskosten betragen pro Kurs Euro 1.000,00 plus der jeweiligen Mwst. D-Kurse kosten Euro 204,00 mit Ausnahme des D-Kurses in Frankfurt, welcher Euro 300,00 kostet, jedoch Pausengetränke und Mittagessen beinhaltet.

Hinzu kommt jeweils Unterkunft und Verpflegung.

 


 
 

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